Die Harmonisierung der IT-Landschaft ist eine organisatorische Herausforderung | Teil 1

digitalisierung-healthblog-akquinetIn der Sozialwirtschaft polarisiert aktuell kaum ein anderes Thema so wie das der Digitalisierung. Welche Perspektiven ergeben sich für etablierte soziale Organisationen und welche Erfahrungen konnten diese bereits machen? Samuel Breisacher, Regionalvorstand CJD, gibt einen Einblick über Herausforderungen und teilt Praxiserfahrungen über geplante und umgesetzte Digitalisierungsvorgänge der Organisation.

Steigende Anforderungen und Fachkräfteknappheit zwingen zu Rationalisierung

„Unser Antrieb zur Digitalisierung rührt auch und insbesondere aus dem sich wandelnden Geschäftsumfeld.“

Seitens unserer Auftraggeber, z. B. der Agentur für Arbeit, erfahren wir ein immer stärkeres Controlling, was mit höheren Anforderungen an die Dokumentation und den Nachweis der erbrachten Leistungen einhergeht. Daraus erwachsen ganz neue Anforderungen an die unterstützenden Prozesse wie Rechnungsstellung, Verbuchung und Versand. Darüber hinaus schreibt das Bundesteilhabegesetz vor, komplexe Leistungen, die bislang über eine Pauschale abgerechnet wurden, jetzt für verschiedene Kostenträger aufzuschlüsseln. Damit verbunden steigt der Administrationsaufwand. Infolge der steigenden Transparenz nehmen die Kostenträger aber auch stärkeren Einfluss auf die Art und Weise, wie die versprochenen Leistungen erbracht werden. Wenn Personalschlüssel und Zeiten detailliert vorgeschrieben und zu dokumentieren sind, dann bleibt uns als Unternehmen als einziger Hebel für die Effizienzsteigerung letztlich nur die Automatisierung der unterstützenden Prozesse. Kurzum:

„Wir kommen nicht umhin zu rationalisieren – und dies nicht nur wegen des anhaltenden Kostendrucks bei zunehmender Belastung durch administrative Aufgaben, sondern auch und insbesondere wegen des demografischen Wandels.“

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Diversity als Chance für die Sozialwirtschaft und IT-Unternehmen

diversity-healthblog-akquinetAnlässlich des 7. Deutschen Diversity Tages haben sich Kolleg*innen von AKQUINET Ende Mai 2019 zu einem offenen Austausch getroffen. Der nachfolgende Beitrag soll beispielhaft vorstellen, wie Diversity in einem IT-Unternehmen diskutiert wird. Einige Aspekte weichen von Diversity-Bestrebungen sozialwirtschaftlicher Einrichtungen ab, andere sind vergleichbar. An der internen Diskussionsrunde beteiligten sich 30 Mitarbeitende von AKQUINET am Hamburger Standort.

Vielfalt, oder englisch Diversity – der Begriff ist in deutschen Unternehmen in aller Munde. Mit der Diversität von Personen sind ihre Unterschiede hinsichtlich Kultur, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, Religion und Weltanschauung gemeint. Mit dem Diversity Management wird der Vielfaltsansatz ins Unternehmen bzw. eine Organisation getragen. Die Überzeugung dahinter ist, dass die Vielfalt der Mitarbeitenden nicht nur aus ethischer Überzeugung zu fördern ist, sondern dass sie positive Auswirkungen auf die Organisation als Ganzes hat. Diversity fördert beispielsweise die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Markt- und Arbeitsbedingungen.

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Möglichkeiten und Grenzen von IoT im Gesundheits- und Sozialwesen | Teil 3

healthblog-iot-im-gesundheits-und-sozialwesen-akquinetNachdem die Möglichkeiten von IoT-Anwendungen im Gesundheits- und Sozialwesen mit dem Fokus der Seniorenpflege in zweiten Teil der dreiteiligen Beitragsserie dargestellt und an Beispielen erläutert wurden, werden wir uns im dritten Beitrag mit den Grenzen und aktuellen Hürden beim Einsatz von IoT-Anwendungen im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigen.

Grenzen von IoT-Anwendungen im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Möglichkeiten sind groß und dennoch finden digitale Chancen wenig Anwendung. Auf der Fachtagung „Praxisdialog Krankenhaus-IT und -Medizintechnik 2018“ wurde angenommen, dass die Möglichkeiten von IoT-Anwendungen im Gesundheits- und Sozialwesen aktuell nur zu ca. 20 % Prozent genutzt werden.[1]

Der folgende Beitrag 3 behandelt die möglichen Grenzen, die die Implementierung von IoT-Anwendungen im Krankenhaus- und Pflegebereich hindern können, um zu verstehen wo Hürden abgebaut werden müssen, wenn die Chancen von IoT-Anwendungen mehr Einsatz finden sollen. Im Folgenden werden die Grenzen in technische sowie datenschutzrechtliche Grenzen und in die beschränkte Akzeptanz durch die Anwender unterteilt.

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Möglichkeiten und Grenzen von IoT im Gesundheits- und Sozialwesen | Teil 2

healthblog-iot-im-gesundheits-und-sozialwesen-akquinetIm heutigen Beitrag der dreiteiligen Serie „Möglichkeiten und Grenzen von IoT im Gesundheits- und Sozialwesen“ beleuchten wir „Intelligente und vernetzte Robotik“ als robotische Möglichkeiten, welche mit Sensortechnik und weiteren technologischen Systemen für Gesundheits-, Pflege- und Assistenzbedarfe eingesetzt werden können sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheits- und Pflegewesen.

Intelligente und vernetzte Robotik

Um den Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft minimieren zu können, sind Entwicklungen von Robotern zur Unterstützung von Menschen mit Einschränkungen in Diskussion und in der Entwicklung.[1] Laut einer Studie von Rochus Mummert Healthcare Consulting (2018) rechnen 36 % der befragten Klinikleiter in bereits zehn Jahren damit, dass Roboter den Menschen im Operationssaal überlegen sind. Die Universitätsklinik in Heidelberg nutzt beispielsweise seit April 2018 einen Roboter zur Unterstützung bei Operationen am Darm und der Bauchspeicheldrüse und wird zukünftig statt 20 Operationen 200 Operationen dieser Art in einem Jahr durchführen können.[2] Roboter, die eine Pflege von Patienten ermöglichen können, sind in Europa jedoch noch in weiter Ferne. Bevor große Entwicklungen und finanzierte Studien starten können, müssten vorher die erwartete Akzeptanz und Fragen der Ethik geklärt werden.[3]

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Möglichkeiten und Grenzen von IoT im Gesundheits- und Sozialwesen | Teil 1

iot-im-gesundheits-und-sozialwesen-healthblog-akquinet-2Liebe Leserinnen und Leser, Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialwesen wird in unserer Branche in Zukunft ein zentrales Unternehmensthema und einer der grundsätzlichen Geschäftsfeldfaktoren. In einer dreiteiligen Serie beleuchten wir dieses aus Sicht der Einsatzmöglichkeiten von IoT.

Ein Blick auf die Entwicklungen der Bevölkerungs- sowie Altersstruktur in Europa gibt zu erkennen, dass neben einem prognostizierten Bevölkerungsrückgang auf 716 Mio. bis zum Jahr 2050 (Stand 2010: 741 Mio.) auch ein deutliches Bevölkerungsaltern anzunehmen ist. 2050 wird mehr als jeder Vierte 65 Jahre oder älter sein. (vgl. Tabelle 1: Anteile der Altersgruppen in Prozent, Bevölkerungsstand in absoluten Zahlen, Europa, 1950 bis 2050.)[1] Der erwartete Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung wird den schon heute bestehenden Fachkräftemangel im Gesundheits- und Sozialwesen weiter verschärfen.[2] Zeitgleich wird die Nachfrage nach Gesundheits- und vor allem auch Assistenzleistungen durch den demografischen Wandel zunehmen.[3] Das Statistische Bundesamt bestätigt den überdurchschnittlichen Anstieg der erforderten Erwerbstätigen im Gesundheits‐ und Sozialwesen von 77 % zwischen 1991 und 2015.[4]

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Tabelle 1: Anteile der Altersgruppen in Prozent, Bevölkerungsstand in absoluten Zahlen, Europa, 1950 bis 2050. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, Demografie, 2018.

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